Übersicht Gravurfonts
Teil 2 (c) www.thiemig.de
GRAVIEREN MIT INTELLIGENT OUTLINE FORMATEN
Das Arbeiten mit Fonts in PostScript oder
TrueType Formaten bietet den Vorteil, daß eine große
Anzahl von Schriften dem Fräsen und Gravieren zugänglich
gemacht wird und außerdem zu den üblichen Layout- und
Satzsystemen des DTP, Kompatiblität hergestellt wird. Die
meisten Hersteller von Graviersystemen bieten heute die Möglichkeit,
PostScript oder TrueType einzulesen, um es im eigenen System weiterzuverarbeiten.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, direkt vom PC aus über
die Ausgabe als HPGL-Format den jeweiligen Graviertisch anzusteuern.
Einlinige Schriften bestehen tradtionell nur aus einer
einzigen Fräserbahn, die mit unterschiedlichen Fräsköpfen
gefahren, unterschiedliche Strichstärken erreicht. Herkömmlich
bestehen einlinige Schriften aus offenen Konturen. Diese sind
aber aus technischen Gründen im Postscript und im TrueType-Format
nicht erlaubt. Deshalb bestehen die hier gelieferten einlinigen
Schriften aus geschlossenen Konturen, d.h. ein Buchstabe wird
wie bei einer normalen Outline rundherum abgefahren. Allerdings
ist die Strichstärke sehr gering, sodaß auch mit relativ
kleinen Fräswerkzeugen der Buchstabe auf jeden Fall ausgehoben
wird.
Mehrlinige Schriften,
im Regelfall vierlinig, sind Schriften, in denen zusätzlich
zur Außenkontur eine zweite Fräserbahn das Innere der
Balken aushebt. Diese Schriften haben den Vorteil, daß auch
mit kleinen Fräsköpfen eine optimale Strichstärke
erreicht wird. Das bedeutet, daß das störende Abrunden
der Ecken weniger ins Gewicht fällt. Außerdem geben
mehrlinige Schriften den eigentlichen Charkter einer Schrift besser
wieder, also auch das Wechselspiel von fetten und leichten Linien
innerhalb eines Zeichens.
Kombination von einlinigen
und mehrlinigen Fonts.
Bei Beschriftungsaufgaben, in denen unterschiedliche Schriftgrößen
innerhalb eines Layouts gewünscht werden, ist es angebracht,
für die kleinen Größen die einlinigen, für
die großen Größen die mehrlinigen Fonts zu verwenden.
So kann der Auftrag ohne Werkzeugwechsel ausgeführt werden.
Prüfdrucken auf Laserprinter.
In Satzsystemen wie z.B. Corel Draw läßt sich zu Testzwecken
die Ausgabe auf der Graviermaschine als Laserprinterausgabe simulieren,
wenn als Strichstärke der Durchmesser des Fräskopfes
eingegeben wird. Als Form des Striches ist rund anzuwählen.
Auswahl der Fräswerkzeuge.
Traditionell gibt der Graveur die Größe des Fräskopfes
in Prozentgrößen zur Versalhöhe an. Im
Regelfall können einlinige Schriften mit Fräßköpfen
zwischen 3% und 12% der Versalhöhe graviert werden, vierlinige
zwischen 3- 4% und 8% der Versalhöhe. Auf den Seiten eines
auf Anfrage erhältlichen Musterbuches, wird für jede
Schrift eine optimale Prozentzahl ( mit * gekennzeichnet ) angegeben,
andererseits aber auch anhand anderer Prozentzahlen gezeigt, in
welchen Bereichen die jeweilige Schrift zu benutzen ist.
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3% - 12% bedeuten also: VH 50mm: Fräserdurchmesser 1,5mm - 6,0mm VH 20mm: Fräserdurchmesser 0,6mm - 2,4mm VH 10mm: Fräserdurchmesser 0,3mm - 1,2mm |
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4% - 8% bedeuten also: VH 50mm: Fräserdurchmesser 2,0mm - 4,0mm VH 20mm: Fräserdurchmesser 0,8mm - 1,6mm VH 10mm: Fräserdurchmesser 0,4mm - 0,8mm |
Eingabe der Schriftgröße.
Da Gravurschriften mit unterschiedlichen Fräsköpfen
graviert werden können und dieses nicht nur die Fette sondern
auch die Größe verändert, sind sie so konzipiert,
daß bei der Eingabe der Versalhöhe der Durchmesser
von der gewünschten Versalhöhe abgezogen werden muß.
Will man z.B. einen Schriftzug in 20mm Versalhöhe mit einem
4% Werkzeug ( = 0,8mm ) gravieren, muß die Versalhöhe
19,2mm eingegeben werden. Die meisten Satzsysteme im DTP-Bereich
lassen allerdings die Eingabe der Versalhöhe nicht zu, sondern
erwarten als Größenangabe die Kegelhöhe. Für
diesen Fall müssen die errechneten Werte mit 1,5 multipliziert
werden.
Gewünschte Versalhöhe: 20mm
Eingabe Kegelhöhe: ( 20-0,8 ) x 1,5 = 28,8mm
Kann die Größe nur in typographischen Punkt eingegeben werden, ist dieser Wert durch 0,351 zu teilen.
Eingabe Punktgröße: 28,8 : 0,351
= 82 pt
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